5 Fragen zu Grooming Gangs
Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse für politische Entscheidungsträger
1. Integration und sozialer Zusammenhalt sind gefährdet
Segregation: Ethnische und religiöse Minderheiten, insbesondere pakistanische und bangladeschische Gruppen, leben oft in stark konzentrierten, sozial benachteiligten Gebieten und besuchen segregierte Schulen. Dies führt zu mangelndem Kontakt zwischen Gruppen, fördert Vorurteile und erschwert Integration.
Beispiel: In einigen Stadtteilen liegt der Anteil muslimischer Bevölkerung bei über 70 %, und mehr als 50 % der Schüler in bestimmten Schulen gehören ethnischen Minderheiten an.
2. Soziale und wirtschaftliche Ausgrenzung
Benachteiligung: Bestimmte Gruppen (v.a. Pakistani, Bangladeshi, Muslime) sind überdurchschnittlich von Armut, Arbeitslosigkeit und niedriger Bildung betroffen. Frauen aus diesen Gruppen sind besonders benachteiligt und oft vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen.
Beispiel: 41–51 % der Haushalte mit Black, Pakistani, Chinese und Bangladeshi Hintergrund leben auf relativ niedrigem Einkommen, verglichen mit 19 % bei weißen Haushalten.
3. Ungleichheit und Diskriminierung
Frauen: In einigen Gemeinschaften erleben Frauen doppelte Benachteiligung durch Geschlechterungleichheit und kulturelle/religiöse Barrieren. Praktiken wie Zwangsheirat, weibliche Genitalverstümmelung und Ehrenverbrechen kommen vor und werden teilweise durch Parallelstrukturen wie Sharia-Räte begünstigt.
Beispiel: Viele muslimische Ehen sind nicht zivilrechtlich registriert, was Frauen rechtlich benachteiligt.
4. Zunahme von Hasskriminalität und Extremismus
Hassverbrechen: Die Zahl der Hassverbrechen, insbesondere gegen religiöse und ethnische Minderheiten, ist gestiegen. Extremistische Gruppen nutzen gesellschaftliche Spaltungen aus und verstärken gegenseitiges Misstrauen.
Beispiel: 2015/16 wurden über 62.000 Hassverbrechen registriert, ein Anstieg von 19 % gegenüber dem Vorjahr.
5. Führung und gemeinsame Werte sind entscheidend
Führungsversagen: Öffentliche Institutionen und politische Führungskräfte haben zu oft aus Angst vor kultureller Sensibilität problematische Praktiken nicht angesprochen. Es fehlt an klarer Führung, die Integration, Gleichberechtigung und britische Werte wie Rechtsstaatlichkeit, Toleranz und Gleichheit aktiv fördert.
Beispiel: In Rotherham wurden Fälle von Kindesmissbrauch jahrelang ignoriert, um "Gemeindekohäsion" nicht zu gefährden.
6. Empfohlene politische Maßnahmen
Gezielte Förderung: Zusätzliche Mittel für Projekte in besonders betroffenen Gebieten, Förderung von Englischkenntnissen, Empowerment von Frauen, Förderung sozialer Durchmischung (v.a. bei Jugendlichen), Abbau von Beschäftigungsbarrieren.
Daten und Monitoring: Entwicklung lokaler Indikatoren für Integration und regelmäßige Datenerhebung.
Schule und Wertevermittlung: Stärkere Gewichtung britischer Werte, Geschichte und Gesetze im Schulcurriculum, Förderung von gemischten Schulen.
Sprachförderung: Ausbau von Englischkursen, insbesondere für Frauen aus isolierten Gemeinschaften.
Schutz von Kindern: Verbesserte Aufsicht über Kinder außerhalb des regulären Schulsystems.
Führung und Integrität: Einführung eines Integrations-Eids für Amtsträger und stärkere Verankerung von Gleichheit und Rechtsstaatlichkeit im öffentlichen Dienst.
Fazit: Der Bericht fordert eine entschlossene, koordinierte und mutige Politik, die Integration, Gleichberechtigung und gemeinsame Werte in den Mittelpunkt stellt. Politische Entscheidungsträger sollten gezielt in benachteiligte Gemeinschaften investieren, klare Standards setzen und Führung zeigen, um gesellschaftliche Spaltung und Extremismus entgegenzuwirken.